Piraten-Planet

29. June 2016

Daniel Schwerd

Der Jugend-Landtag 2016

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Über zweieinhalb Jahre diskutierte eine Landtagskommission unter anderem über die Frage, ob Jugendliche in Nordrhein-Westfalen zukünftig bereits ab 16 Jahren bei Landtagswahlen wählen dürfen. Diese Kommission, besetzt mit Vertretern aller Fraktionen des Landtags, sagte leider: Nein.

Der diesjährige Jugend-Landtag zeigte einmal mehr, weshalb dies eine kolossale Fehlentscheidung ist. Vom 23.-25. Juni öffnete der Landtag seine Pforten und ließ die Jugendlichen an die Macht. Bei diesem Planspiel übernehmen 236 Jugendliche – im Alter von 16-20 Jahren – die Rollen der Abgeordneten. Erst wählten sie Fraktionsvorsitzende, dann Vorsitzende der Fachausschüsse und beschäftigten sich dann mit verschiedenen Themenstellungen. Dazu hörten sich Experten an, gaben eine Pressekonferenz und fanden sich am Samstag zur abschließenden Plenarsitzung ein, deren Entscheidungen zur Anregung für unsere Arbeit genommen werden. Dabei sind die Jugendlichen vielfach progressiver und fortschrittlicher, als es die Abgeordneten sind, befassen sie sich doch zum Beispiel mit dem Wahlrecht, dem Bedingungslosen Grundeinkommen, Kennzeichnungspflicht von Polizisten oder einem gesellschaftswissenschaftlichen Abitur.

Mit dabei war die frisch gebackene Abiturientin Melissa Arweiler, die meine ‚Stellvertretung‘ im Parlament übernahm. Melissa berichtete im Nachgang zu der Veranstaltung von drei intensiven Tagen, welche sie am parlamentarischen Leben eines Abgeordneten schnuppern ließen und sie in ihrem Willen, sich politisch zu engagieren, bekräftigen. Das finde ich toll! Ich bedanke mich bei Melissa für ihr Engagement und wünsche ihr viel Erfolg bei dem Studium der Rechtswissenschaften, welches sie in Kürze beginnt.

Melissa ArweilerMelissa Arweiler

Der Jugend-Landtag ist eine dreitägige Veranstaltung mit Übernachtung in der Jugendherberge auf der gegenüberliegenden Rheinseite und Verpflegung im Landtagsrestaurant, und findet jedes Jahr statt. Sämtliche Kosten werden vom Landtag übernommen.

by Daniel Luther at 29. June 2016 12:27 PM

Flaschenpost

Medienmittwoch: Last Week Tonight With John Oliver

Medienmittwoch | CC BY Jonathan Dehn

Video | CC BY Jonathan Dehn

Video | CC BY Jonathan Dehn

Heute stellen wir Euch ein Format beim Medienmittwoch vor, das eigentlich jeder kennen sollte. Denn die US-amerikanische Late-Night-Talk- und News-Show The Last Week Tonight With John Oliver kommentiert regelmäßig aktuelle, oft auch politische, Ereignisse auf eine satirische und geniale Art und Weise. Star und Drehpunkt der Show ist, wie der Titel schon verrät, der Brite John Oliver, ein Schauspieler, Schriftsteller und logischerweise Moderator, der auf der Time-Liste der einflussreichsten Personen der Welt steht.

In den halbstündigen Folgen wurden bereits der NSA-Skandal, die Flüchtlingskrise, aber auch unpolitische Themen behandelt, wie etwa in einem Beitrag über eine Salmon-Cannon, eine Lachs-Kanone. Einer der letzten Beiträge behandelte den Brexit, was anhand der Nationalität des Moderators nicht weiter verwunderlich ist. Oliver trat vehement gegen einen Brexit ein, zerpflückte die Argumente der Pro-Brexit-Fraktion und nahm zum Ende mit einem wunderbaren Lied, das er zwar nicht selbst sang, die grundsätzliche Attitüde seines Heimatlandes auf die Schippe.

Offensichtlich blieb die Reichweite dieses Beitrages aber leider hinter den Erwartungen zurück. Ansonsten hätten wir vielleicht ein anderes Ergebnis des Referendums gesehen. Dennoch bleibt die Last-Week-Tonight-With-John-Oliver-Sendung über den Brexit aktuell, wenn auch leider nur in einem traurigen Rückblick.

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by Peter Oliver Greza at 29. June 2016 08:58 AM

28. June 2016

Blog der Berliner Piraten

Bereit, wenn ihr es seid! Vorstellung des Wahlprogramms und der Plakate.

Es ist soweit – sie sind da! Plakate und Wahlprogramm zur Abgeordnetenhauswahl am 28. September wollen wir am kommenden Donnerstag, 30. Juni, um 16.30 Uhr öffentlich vorstellen.
Der Landesvorstand lädt zu dieser Präsentation in die Landesgeschäftsstelle, Pflugstraße 9a, 10115 Berlin, ein. Bei kühlen Getränken und kleinen Snacks wird Bruno Kramm, Landesvorsitzender der PIRATEN Berlin und Spitzenkandidat, Plakate inklusive Wirkungsweise und Entstehung sowie das Wahlprogramm vorstellen. Andere Listenkandidaten stehen für Fragen und zur Diskussion zur Verfügung.

Lasst uns starten, kommt – wir freuen uns auf euch!

by Bruno Kramm at 28. June 2016 08:04 PM

Piratenblog Niedersachsen

Zulassung zur Kommunalwahl erfolgreich

Die Piratenpartei Niedersachsen wurde in der heutigen Sitzung des Landeswahlausschusses erwartungsgemäß landesweit zu den Kommunalwahlen am 11.09.2016 zugelassen. „Wir freuen uns auf den demokratischen Wettstreit um die Kreuze auf den Wahlzetteln. Wir sagen explizit nicht, dass wir um die Stimmen werben. Denn unser Anspruch ist es, den Bürgern eine eigene Stimme auch zwischen den Wahlen zu geben“, meint Florian Lang, Vorsitzender der Piraten Niedersachsen und mehrfacher Kandidat zu den Kommunalwahlen im Landkreis Osnabrück. „Dies ist Teil der erfolgreichen Arbeit unserer kommunalen Mandatsträger, die diese seit 2011 mit über 40 Mandaten [1] leisten. Und die gilt es fortzusetzen. Dazu sind bislang in 20 Landkreisen und kreisfreien Städten 289 Kandidaturen für 73 Parlamente aufgestellt worden [2]. Und das waren mit Sicherheit noch nicht die letzten.“ „Obwohl die Piratenpartei mit Julia Reda eine Abgeordnete im Europaparlament hat [3] und wir in vier Landtagen mit hart arbeitenden Mandatsträgern [4] vertreten sind, sind wir nicht automatisch überall zur Wahl zugelassen. Teilweise müssen wir noch durch so genannte Unterstützerunterschriften nachweisen, dass es bis zu 30 Menschen im jeweiligen Gebiet gibt, die wollen, dass wir dort zu wählen sind [5] “ , ergänzt Thomas Ganskow, stellvertretender Vorsitzender der Piraten Niedersachsen und mehrfacher Kandidat zu den Kommunalwahlen in der Region Hannover. Wer dies ebenfalls möchte und in einem dieser Gebiete seinen Erstwohnsitz hat, kann also leicht aktiv werden, um dafür zu sorgen, dass sein Wunsch in Erfüllung geht. [1]http://wiki.piratenpartei.de/Mandate#Niedersachsen [2]http://wiki.piratenpartei.de/NDS:KW16 [3]https://juliareda.eu/de/ [4]http://www.welt.de/regionales/hamburg/article150240731/Kieler-Piraten-sind-die-fleissigsten-Abgeordneten.html [5]http://wiki.piratenpartei.de/NDS:KW16-Unterstuetzerunterschriften

by thomasganskow at 28. June 2016 07:38 PM

Pandur2000

Erdogan und Putin vertragen sich

Mal kurz…

Heute in den Nachrichten: Türkei und Russland wieder auf freundschaftlichem Fuß, Türkei entschuldigt sich für den Abschuss des russischen Kampf-Jets im November 2015.

Erdogan jetzt pflegeleicht? Mitnichten. Entschuldigt, aber auch ohne Aluhut kann man da ja nun dran tippen. Krach mit Angela und der derzeit wackelnden EU und schwupp, gehts wieder ins Bett mit Putin. Aber nicht so ganz, denn wer wäre Herr Erdogan, wenn er Putin bezahlen würde? Entschädigung für die Familie der Besatzung des Jets soll es dann doch nicht geben.

Der Karikaturist Kostas Koufogiorgos bringt es 2014 schon auf den Punkt.



by Pandur2000 at 28. June 2016 06:27 PM

Kommentar: Die Freiheit, anonym zu kommunizieren

Es ist Fußball! Die Zeit für Datenschützer und Bürgerrechtler, besonders aufmerksam das Geschehen im politischen Berlin zu verfolgen. Man ruht schließlich nicht, besonders einschneidende (oder btw. unausgereifte, populistische, lobbyistische) Gesetze zu beschließen. Manchmal werden sie auch direkt durch den Bundesrat gewunken. Die WM und EM sind die beste Zeit für solche Vorhaben (20122014, 2016). Da ist es nicht verwunderlich, dass alle 2 Jahre Vorhaben im Eiltempo durch Bundesrat- und Tag gepeitscht werden. Dumm-Deutschland kümmert sich in diesen Zeiten ja mehr um das Popeln oder Eierkratzen von Jogi Löw oder den Schenkel von Gerome Boateng. Versteht mich nicht falsch, Fußball-Begeisterung und Fantum ist nichts Schlimmes. Regelmäßig lassen sich jedoch weite Teile unserer Stammtische, die ja, siehe #brexit, offenbar das die Zukunft unserer Länder bestimmen (oh Gott!), dazu hinreißen, auf beiden Augen blind zu sein. Und in manch alter, versiffter Eckkneipe mag man auch die erste Strophe hören, aber das ist ein anderes Thema.

Mir geht es heute, nach > 6 Monaten Artikel-Abstinenz, um das neue „Anti-Terror“ Bouquet der Regierung. Es soll uns allen wieder einmal mehr Sicherheit zum Preis der Privatsphäre und Grundrechte vorgaukeln. Im speziellen geht es mir heute um anonyme Kommunikation.

Sim Karten

Damit sind wir bei den Prepaid-Karten: Rein in den Discounter, raus mit einer einer neuen SIM und Guthaben. Kein Ausweis, keine große Registrierung, keine Prüfung. Ausgestattet meist auch mit ein wenig Datenvolumen, ist das eine schnelle, günstige Methode um nicht nur fehlendes Netz des eigenen Anbieters kurzfristig kompensieren zu können. Das wäre ein First-World Problem der Privat-Komfortfaktor, auf den ich in Teilen für nachweisbar mehr Sicherheit gerne verzichten würde. Hier kommen wieder aber gleich auch zum Kern des Problems.

Prepaid-Zwangsregistrierung = Sicherheit?

banner-Terrorism

Kurze Frage, kurze Antwort: Nein. So wie auch die blauäugige Annahme, Terroristen mit IT Kenntnis würden unverschlüsselt, überwachbar, ohne Einsatz von Proxy, VPN und Co. kommunizieren, so ist auch diese Maßnahme reine Kosmetik. Nicht nur, dass SIM Karten anonym erhältlich sein werden – gebraucht – nein, auch aus dem Ausland wird es weiterhin SIM Karten geben, die hierzulande benutzt werden können. Gut für Whistleblower, Informanten und Journalisten, die weiterhin gerne anonym und geschützt arbeiten können möchten, auch gut für Terroristen, die Anschläge planen. Damit wird unsere Gesellschaft aber leben müssen. Es gibt keine 100%ige Sicherheit, ohne Freiheit und Grundrechte aufzugeben.

Was unterscheidet uns eigentlich vor Nord-Korea und ähnlichen Staaten, wenn wir nun anfangen, jeden Bürger zu bespitzeln? Wenn wir die Balance aus dem Gewähren der Freiheit des anonymen Kommunizierens einerseits und des Ausnutzens durch Kriminelle andererseits, abschaffen? Mit dem Gesetzespaket geht ja nicht nur die Zwangsregistrierung einher. Auch umfangreiche Datenaustauschprogramme mit anderen Geheimdiensten werden wieder einmal in Blei gegossen.

Konstruieren wird doch mal einen Fall: Nehmen wir an, ein deutscher Mitarbeiter von VW in den USA sei verantwortlich für den zweifellos gesellschaftlich notwendigen Leak des Abgasskandals. Besagter Mitarbeiter kehrt nach Deutschland zurück. Er will sich eine anonyme SIM besorgen, um die Daten an die Presse zu leaken. Offene WLANs sind ihm nicht sicher genug oder stehen halt einfach nicht adäquat zur Verfügung. Durch sie wird man ja auch eine gewisse Weile an einen öffentlichen Ort gebunden – dank der ausufernden Video-Überwachung auch keine gute Idee. Also, erstmal zu Penny, (oder Lidl, Aldi, etc.). Sim Karte gekauft, mit falschen Daten registriert, zur Sicherheit noch ein VPN benutzt – und ab mit den Emails an die Presse. Mit Zwangsregistrierung / Ausweis? So nicht denkbar.

Früher gab es Telefonzellen

TelefonzelleKonnte man früherproblemlos von Telefonzellen, die selbst im kleinsten Dorf gefühlt alle hundert Meter standen, anonym Kommunizieren, findet man öffentliche Münztelefone nun wenn überhaupt nur noch schwer,  an belebten Plätzen, wo auch eine Videokamera nicht weit sein dürfte. Das anonyme Kommunizieren ist so also schon nur noch erschwert möglich, anonyme SIM Pre-Paid Sims helfen.

Die Opposition und Fachvereine haben klare Worte dem neuen Anti-Terror Paket gegenüber gefunden:

  • Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) via Heise: „Der deutsche Sicherheitsflickenteppich“ wird mit dem weiteren Paket größer und unterläuft den Schutz der Bürger.“ Der geheimdienstliche Informationsaustausch werde intensiviert, ohne dass harte rechtsstaatliche Kontrollmechanismen eingezogen würden.
  • Verein Digitale Gesellschaft: „rechtsstaatliches Fiasko“.
  • Verein Digitalcourage: „Placebo mit gefährlichen Nebenwirkungen“
Alle verwendeten Bilder: CC0 Public Domain @ Pixabay


by Pandur2000 at 28. June 2016 05:17 PM

Blog der Berliner Piraten

Pressekonferenz „Berliner Konsens gegen Rechts“

Der Berliner Konsens gegen Rechts wurde im Jahr 2011 durch alle damals im Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien und der Piratenpartei beschlossen um gemeinsam und unmissverständlich auf die zur Wahl antretenden rechtsextremen und rechtspopulistischen Parteien zu reagieren. Die unterzeichnenden Parteien haben sich angesichts des aktuellen Erfolges rechtspopulistischer Positionen zur kommenden Abgeordnetenhauswahl 2016 entschieden ihre gemeinsame Haltung zu bekräftigen und den Berliner Konsens zu aktualisieren.

Vertreterinnen und Vertreter von SPD, CDU, Bündnis90/Die Grünen, DIE LINKE, Piratenpartei und FDP haben sich gemeinsam mit Unterstützung der „Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus (mbr) Berlin“ auf ein Konsenspapier geeinigt, das

am Freitag, den 01.07.2016
um 10:30 Uhr
im Haus für Demokratie und Menschenrechte, Greifswalder Str. 4, 10405 Berlin

unter Beteiligung von

Michael Müller – Vorsitzender SPD Berlin,
Thomas Heilmann – Stellv. Vorsitzender CDU Berlin,
Bettina Jarasch – Vorsitzende Bündnis90/Die Grünen Berlin,
Elke Breitenbach – Stellv. Vorsitzende DIE LINKE Berlin,
Bruno Gerd Kramm – Vorsitzender Piratenpartei Berlin,
Sebastian Czaja – Vorsitzender FDP Berlin und
Bianca Klose – mbr Berlin

der Öffentlichkeit vorgestellt wird.

Einlass beginnt ab 10:00 Uhr.

by Bruno Kramm at 28. June 2016 03:01 PM

Flaschenpost

Sommer, Sonne, Überwachungsstaat

Freiheit statt Angst 2011 | CC-BY-2.0  opyh via flickr

Im Fokus der Überwachung | CC-BY 3.0 Michael Renner

Im Fokus der Überwachung | CC-BY 3.0 Michael Renner

Nach einem langen Frühling, der wenig Sonne mit sich brachte, hält der Sommer wieder Einzug. Urlaubsstimmung zieht ein und in Kombination mit der EM 2016, in der sich die deutsche Mannschaft bisher wacker schlägt, scheint das dritte Quartal gut zu beginnen. Doch in der politischen und medialen Landschaft macht sich das Sommerloch bemerkbar. Wäre da nicht der Brexit, wären die Zeitungen wahrscheinlich schon wieder voll von Geschichten über Krokodile im Rhein oder ähnliche Unsinnigkeiten.

Doch andere wiederum wissen Sommerloch, Sonnenschein und Fußball für sich zu nutzen. Unsere Bundesregierung zum Beispiel mag die Ablenkung, die diese Dinge hervorrufen – der letzte Sommer brachte uns auf diese Weise die Vorratsdatenspeicherung. Und auch diesen Sommer gehen wir nicht leer aus, denn vor wenigen Tage verabschiedete die Regierung ein sogenanntes „Anti-Terror-Paket“.

Wie auch „Internetsperren gegen Kinderpornografie“ klingt das erst einmal so, als könnte man gar nicht dagegen sein. Doch wie so oft, versteckt sich dahinter mehr, wie zum Beispiel der Griff in die Privatsphäre der Menschen. So ist es leider auch wieder beim Anti-Terror-Paket.

Das im Eiltempo beschlossene Gesetz bringt einige besorgniserregende Neuerungen mit sich. Deutsche Geheimdienste dürfen – trotz der von Edward Snowden öffentlich gemachten Datensammelwut der NSA – enger mit ausländischen Geheimdiensten zusammenarbeiten und gemeinsam Daten anlegen. Jugendliche „Gefährder“ dürfen früher überwacht werden – schon von 14-Jährigen dürfen Daten gesammelt und angelegt werden, statt wie vorher von 16-Jährigen. Hinzu kommt, dass beim Kauf von Prepaid-SIM-Karten jetzt eine Ausweispflicht herrscht.

Ohne Probleme konnten CDU/CSU und SPD das Gesetz im Bundestag durchsetzen. Die Proteste in der Opposition gingen zwar soweit, dass Linke und Grüne geschlossen die Anhörung verließen und sich über diese „Farce“ beschwerten, zu der nicht einmal ein unabhängiger Experte eingeladen wurde.

Genützt hat das natürlich nichts – und wir haben einen weiteren Schritt Richtung Überwachungsstaat gemacht. 14 Jahre alte Kinder dürfen jetzt von Geheimdiensten rechtmäßig überwacht werden. Es fehlen einem die Worte, diese zunehmend orwellschen Verhältnisse zu beschreiben. Ist es wirklich schon so weit gekommen, dass das unsere Antwort auf jugendliche „Gefährder“ ist? Wo sind die Gesetze zu Prävention, Bildung und Integration?

Dazu kommt natürlich, dass es bald nicht mehr möglich sein wird, ein Mobiltelefon zu besitzen, ohne, dass der Staat die Handynummer kennt. Glaubt wirklich jemand daran, dass potentielle Terroristen keine Möglichkeiten finden werden, an nicht registrierte SIM-Karten zu kommen? Ist der nächste Schritt dann nicht nur die Vorratsdatenspeicherung für Meta-Daten, sondern auch für Kommunikationsinhalte? Das erscheint wieder wie eine Maßnahme, die nur getroffen wurde, um zu zeigen, dass man irgendetwas macht, ob nun effektiv oder nicht. Mehrere Studien – darunter eine, die von der Bundesregierung selbst in Auftrag gegeben wurde – haben bereits aufgezeigt, dass anlasslose Überwachung keinen Gewinn für die Sicherheit bringt.

Die Piraten stehen natürlich gegen die Ausweitung der Überwachung in dieser Form. Terrorismus ist ohne Frage gefährlich. Die Antwort unseres Staats, nämlich die Freiheit der Sicherheit zu opfern, ist es allerdings auch. Anlässlich des neuen Gesetzes verlost die Piratenpartei deswegen elf anonyme SIM-Karten. Einsendeschluss ist der 30. Juni, wer teilnehmen möchte, schreibt einfach eine Mail an aktionen@piratenpartei-bw.de

Ausreichen wir das leider nicht. Doch auch wenn Sommer und EM unsere Aufmerksamkeit zu fordern scheinen, müssen wir politisch aktiv weiter gegen die Verschärfung der Überwachungsgesetze kämpfen.

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by Steve König at 28. June 2016 02:48 PM

Piratenblog Niedersachsen

Fracking muss komplett untersagt werden

Zwischen Fussball-EM, Ferienbeginn und Wochenende erscheint auf der Tagesordnung des Bundestag das Thema „Fracking“. Anderes als der Niedersächsische Umweltminister Wenzel, der das Gesetz als großen Erfolg feiert [1], sind die PIRATEN Niedersachsen der Meinung, dass es sich dabei lediglich um ein Einknicken vor den Interessen der Wirtschaft handelt. „Egal, ob unkonventionell oder konventionell, egal ob Sandstein oder andere Böden, egal ob Wasserschutzgebiet oder nicht – Fracking ist ein Irrweg der Energiegewinnung und muss komplett ausgeschlossen sein“, meint Florian Lang, Vorsitzender der Piratenpartei Niedersachsen. „Schon in unserem Programm zur Landtagswahl 2013 [2] haben wir diese Position vertreten. Und dazu stehen wir weiterhin.“ „Ein Großteil Niedersachsens würde unter die Ausnahmemöglichkeiten fallen. Tight Gas-Fracking in Niedersachsen erhält Rechtssicherheit und darf sogar in Natura2000-Gebieten stattfinden. Schiefergasfracking wird verboten, doch mit Probebohrungen und einer Überprüfung des Verbots in fünf Jahren ist auch hier noch eine Hintertür offen.Was nur vom Wasserrecht geschützt wäre, reicht nicht einmal ansatzweise aus, um Fracking zu verhindern“, ergänzt Thomas Ganskow, stellvertretender Vorsitzender der Piratenpartei Niedersachsen. „Das gesamte neue Frackinggesetz ist nichts weiter, als eine Erlaubnis zur Ausbeutung jeglicher Art von Gasvorkommen. Das ist kein Erfolg für die Umwelt, sondern ein deutliches Zeichen, dass die Landesregierung in die Richtung von Wirtschaftsminister Lies [3] tendiert. Und der stellt die Interessen der Wirtschaft über die der Gesellschaft.“ [1]http://www.umwelt.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=2147&article_id=144727&_psmand=10 [2] http://wiki.piratenpartei.de/NDS:Wahlprogramm_2013#Ablehnung_der_F.C3.B6rderung_von_Hydraulic_Fracturing_.28Fracking.29 [3]http://www.zeit.de/news/2016-06/15/energie-niedersachsen-will-fracking-wieder-genehmigen-15182412

by thomasganskow at 28. June 2016 11:30 AM

27. June 2016

Alltagsgrauen

Initial draft: Different ways of implementing on-demand loading in WordPress

Different ways of on-demand loading in WordPress (plugins, themes)
(or: WordPress: Different ways of implementing on-demand loading)

#1: Load in footer
- wp_register_script / style with @param $in_footer set to true
- wp_enqueue anywhere
=> use a helper function / wrapper:
function load_my_js() {

if( !wp_script_is( 'my_handle', 'enqueued' ) ) {
wp_enqueue( 'my_handle');
}
}
=> same with css
=> or just use a common wrapper, enqueuing both assets

#2: Use a trigger in the post
- shortcode
- data-* HTML attributes

#3: Use custom fields
- variation of #2 => requires the same techniques
- nicer GUI for the end-user thanks to ACF + similar plugins

#4: Use template
- semi-on demand, because it has be triggered by specific templates
-

#5: Lazy-loading via JS
- usage of wp_localize_script is recommended (global variables, eg. the URL to the JS you want to load)
- jQuery.getScript => JS
- or lazyload for CSS + JS => https://github.com/lewisje/lazyload (a more current fork)
- if specific selector (= trigger) found, post-load assets + initialize them (if applicable)

by fwolf at 27. June 2016 01:16 PM

Blog der Berliner Piraten

Berlin wird Götz George nicht vergessen

Zum Tod von Götz George sagt Philipp Magalski, kulturpolitischer Sprecher der PIRATEN Berlin:
„Ich bin vom plötzlichen Ableben des begnadetsten Berliner Schauspielers der letzten Jahrzehnte geschockt. 
Der Tod von Götz George hinterlässt eine riesige Lücke in der deutschen Schauspielkunst und der Kulturlandschaft insgesamt.
Vom frühen Beginn seiner Tätigkeit als Kinderdarsteller am Hebbel-Theater über die Unterhaltungsfilme der 50er und 60er-Jahre 
und 32 Jahre als ‚Schimanski‘ bis zu den tiefgreifenden Rollen als Rudolf Höß, Fritz Haarmann oder Josef Mengele:
Kein anderer deutscher Mime hat sich in einer solch darstellerisch vielfältigen Bandbreite beweisen können und stets zu überzeugen gewusst, 
wie es Götz George in den 65 Jahren seiner darstellenden Kunst getan hat.
In seiner berühmtesten Rolle als ‚Horst Schimanski‘ stellte er oft den raubeinigen aber gutherzigen Cop dar, der das Verständnis für die ‚kleinen Leute‘ im Viertel und im Kiez mit einem glaubwürdigen Einsatz gegen kriminelle Machenschaften wie Korruption verband.
Mit seinem Scheiße-Ausruf hat er einen ähnlichen gesellschaftlichen Damm im öffentlich-rechtlichen Fernsehen eingerissen wie ein paar Jahre später der erste Kuss eines schwulen  Paares in der Fernsehserie Lindenstraße.
Für seine darstellerischen Leistungen wurde er zurecht mit unzähligen Preisen ausgezeichnet.
In Verbindung mit seinem Engagement gegen Fremdenfeindlichkeit und Gewalt wurde ihm das große Bundesverdienstkreuz sowie der Verdienstorden des Landes Berlin und 
der Nordrhein-Westfalens verliehen. Stets hat er auch Nachwuchs-Regisseur_innen unterstützt, indem er in ihren Debut- oder Low-Budget-Filmen für eine geringe oder ohne Gage spielte. 
Berlin trauert um Götz George und wird ihn stets in ehrendem Gedenken behalten.“

by Gabriele Biwanke-Wenzel at 27. June 2016 10:48 AM

26. June 2016

Pirat Aleks A.

Interessante Links und Nachrichten 20.06.2016ff

by Aleks A at 26. June 2016 06:30 PM