Piraten-Planet

27. August 2016

Flaschenpost

Nach der Wahl – Patrick Schiffer im Interview

BPT 2016.2 in Wolfenbüttel | CC-BY-SA 2.0 Sperling

CC-BY Tobias M. Eckrich

CC-BY Tobias M. Eckrich

Flaschenpost: Erst einmal natürlich herzlichen Glückwunsch zur Wahl zum ersten Vorsitzenden.

Patrick Schiffer: Vielen Dank.

Flaschenpost: Die wichtigste Frage gleich zu Anfang: Wie hat dir deine Verwandtschaft zu Claudia Schiffer geholfen, die Wahl zu gewinnen?

Patrick Schiffer: Haha, ich glaub gar nicht … keinen Einfluss, vielleicht nur ein kleiner Promi-Faktor.

Flaschenpost: Nur ein kleiner Spaß. Die BILD und Welt haben es im Artikel zu deiner Wahl natürlich gleich als Aufhänger genommen.

Patrick Schiffer: Ich weiß, es war aber ein wenig kalkuliert. Ich hatte das bereits in anderen Interviews erwähnt und auch schon auf Parteitagen darüber gesprochen.

Flaschenpost: Zu den richtigen Fragen. In deiner Rede klang es so, als hättest du dich schon rundum abgesichert, solltest du gewählt werden. Hast du denn damit gerechnet, dass du gewinnst?

Patrick Schiffer: Nein, habe ich nicht. Ich habe es einfach aus den letzten zwei bis drei Jahren im Landesvorstand gelernt, dass ich mich am besten auf alle Eventualitäten vorbereite. Es ist ein große Verantwortung, allein dieses Amt anzustreben. Es war aber auch andersherum: Auch, wenn man nicht gewählt wird, muss man Vorbereitungen treffen. Ich habe mit dem Team geredet, ich hätte weiter im Landesvorstand in NRW bleiben können. Alle waren damit einverstanden. Es ist wichtig, dass da Kontinuität stattfindet. Aber auch jetzt werde ich dem LV-Vorstand weiter als Unterstützung erhalten bleiben.

Flaschenpost: Was wird dein erstes Projekt sein, dass du als neuer 1V angehen willst?

Patrick Schiffer: Zuallererst stehen die Wahlen in Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen an. Ich werde mir meine Zeit einteilen müssen, wohin ich zum Wahlkampf gehe. Wichtig sind natürlich die 10-Jahres-Feier in Berlin, beim Straßenwahlkampf präsent sein und, dass ich Kontakt mit Journalisten aufnehme. Mit Bruno Kramm habe ich verabredet, dass wir die ersten fünf Kandidaten von Berlin besser in der Bundespresse unterbringen; wir werden da verschiedene Pressetermine organisieren. Auch mit Niedersachsen bin ich deswegen schon in Kontakt. Und dann ist da natürlich die Organisation innerhalb des Teams – da gibt es jetzt eine schöne Kombination zwischen Neuem und Kontinuität, das sollten wir ausnutzen.

Flaschenpost: In deiner Kandidatenrede hast du recht idealistisch über deine Ziele geredet. Springen wir ein Jahr vor: Was soll in deinem Tätigkeitsbericht zum entsprechenden BPT in 2017 stehen?

Patrick Schiffer: Dass die bundesweite Frage: “Gibt es euch eigentlich noch?” tot ist. Dass die Menschen uns wieder als innovative, nachhaltige politische Kraft, als politisches Labor, als kritische Stimme gegenüber der Politik, und dennoch als frech und auch mal laut wahrnehmen. Wir müssen alte Strukturen aufbrechen durch clevere Aktionen und Sprüche. Und ich möchte, dass es ein Kampagnen-Team gibt, das an die Öffentlichkeitsarbeit angegliedert wird. Es soll einfach wieder Spaß machen, Pirat zu sein.

Flaschenpost: Der Bundestagswahlkampf nächstes Jahr ist auch nicht mehr fern. Was sind deine Ideen, um in diesen Wahlkampf voranzubringen?

Patrick Schiffer: Zunächst muss ich natürlich Kontakt mit Journalisten in der bundesweiten Presse und den unterschiedlichen Medien herstellen. Die Übergabe von Sekor zu mir ist dabei sehr wichtig. Dann würde ich gerne mit ausgewählten Themen, die uns liegen, tagesaktuell und auch langfristig in die Medien kommen, ob nun mit Pressemitteilungen, eigenen Beiträgen oder aber auch mit dem “Lancieren” von Artikeln. Eine bessere Vernetzung der AGs mit dem politischen Geschäftsführer und der Bundespresse, um diese und deren Know-How mehr nach vorne zu stellen, ist auch ein Ziel. Außerdem möchte ich zusammen mit der SG Gestaltung eine neue Image-Kampagne in den nächsten Wochen starten, noch vor Berlin. 

Flaschenpost: Ein wichtiges Thema, über das wir schon sprachen und das als wichtig und kritisch wahrgenommen wird, ist die Öffentlichkeitsarbeit. Was muss sich insgesamt in der Öffentlichkeitsarbeit ändern, damit wir wieder als präsent wahrgenommen werden?

Patrick Schiffer: Der Fokus soll – in Absprache mit dem Presseteam – mehr auf fachlichen Tiefgang in allen Politikfeldern gelegt werden. Dementsprechend wünsche ich mir eine engere Zusammenarbeit mit den Landtagsabgeordneten und den AG-Koordinatoren. Und wenn ich dafür mehrere Stunden am Telefon hängen muss – das will ich verbessern. Da werde ich das Vertrauen, dass in mich gesetzt wurde, abfragen. Ich möchte den politisch Aktiven in der Partei den roten Teppich ausrollen, egal auf welcher Ebene, und ihnen die Möglichkeit geben, ihre Ideen an die Öffentlichkeit zu bringen.

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by Steve König at 27. August 2016 05:56 PM

Und nun? – Interview mit Stefan Körner

BPT 2016.2 in Wolfenbüttel | CC-BY-SA 2.0 Sperling

Stefan Körner | CC-BY-SA 3.0 Olaf Konstantin Krueger

Stefan Körner | CC-BY-SA 3.0 Olaf Konstantin Krueger

Nach zwei Jahren als Vorstandsvorsitzender der Piratenpartei ist es nun vorbei. Knapp verlor Stefan Körner die Wahl zum 1V gegen Patrick Schiffer auf dem BPT 2016.2 in Wolfenbüttel. Im Interview wollten wir wissen, wie er damit umgeht und was seine Pläne für die Zukunft sind.

Flaschenpost: Zwei Jahre als Vorsitzender der Piratenpartei – wenn dein Sohn alt genug ist, es zu verstehen: Wie wirst du ihm von dieser Zeit erzählen?

Stefan Körner: Ich werde ihm erzählen, dass ich von dem, was ich gemacht habe, überzeugt war und auch noch bin. Dass die Themen, die die Piratenpartei vertritt, für unsere Gesellschaft wichtig sind – so wie der Umweltschutz und die Grünen in den 80er Jahren.

Flaschenpost: Mit der Wiederwahl hat es nicht geklappt – wie fühlst du dich dazu?

Stefan Körner: Ich habe im Vorfeld schon gesagt: Ich gewinne auf jeden Fall. Entweder die Wahl oder an Lebensqualität. Mit meiner Nicht-Wahl werde ich also an Lebensqualität dazu gewinnen. Ich habe es bereits der ARD gesagt: Das Ehrenamt des Vorstandsvorsitzenden kostet 40-50 Stunden Arbeit pro Woche, neben dem normalen Job. Jetzt fahre ich abends vom Büro nach Hause, habe kein Mumble, keine Termine, keinen Druck mehr. Ich bin erleichtert.

Flaschenpost: Wie ist dein Plan für die nahe Zukunft? Erst einmal die frei gewordene Zeit genießen, oder hast du schon neue Projekte im Auge?

Stefan Körner: Wichtig sind mir erstmal Ruhe und Abstand. Keine piratigen Themen. Einfach nur Freizeit.

Flaschenpost: Und langfristig: Kommt ein Amt im Bundesvorstand für dich wieder in Frage? Oder wo und wie würdest du gerne politisch weiterarbeiten?

Stefan Körner: Ich habe da noch keine Pläne, auch langfristig nicht. Erst einmal Abstand gewinnen hat für mich Priorität, Zeit für Privates ist mir momentan am wichtigsten.

Flaschenpost: Zu deiner Arbeit im Vorstand: Was hat in dem Vorstand, der zu einem großen Teil über die zwei Jahre konstant blieb, gut funktioniert? Wo siehst du noch Verbesserungspotential?

Stefan Körner: Zusammenarbeit innerhalb war im Großen und Ganzen erstklassig. Jedes Team hat mal Auseinandersetzungen, aber insgesamt war es einfach super. Für den neuen Vorstand habe ich keine Vorschläge zur Verbesserung. Das müssen die neuen Mitglieder, die auf dem BPT gewählt werden, unter sich ausmachen und selbst wissen, an welchen Stellen sie ansetzen wollen.

Flaschenpost: Patrick Schiffer wird nun 1. Vorsitzender der Piratenpartei. Was denkst du, sollte er anders machen als du, was genauso?

Stefan Körner: Ich halte nichts davon, anderen Leuten zu sagen, wie sie ihren Job machen sollen. Das hat mich in meiner Amtszeit am meisten genervt. So viele Leute wussten immer genau, wie ich meinen Job machen sollte – vor allem hinterher. Pakki hat das Votum der Mehrheit erhalten und sollte seine Chance bekommen, seine Sache zu machen.

Flaschenpost: Vielen Dank für das Interview und gute Erholung!

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by Steve König at 27. August 2016 03:56 PM

Der Live-Ticker zum #BPT162

BPT 2016.2 in Wolfenbüttel | CC-BY-SA 2.0 Sperling

Es ist wieder BPT-Zeit! Die Flaschenpost ist live vor Ort und tickert für euch alles Wichtige. Stimmung in der Halle, Kampfanträge und natürlich die Wahlen und deren Ergebnisse – nur der Stream ist schneller.

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by Redaktion at 27. August 2016 07:21 AM

26. August 2016

Flaschenpost

Druckvorlage für das Piratenkandidatensammelkartenspiel BPT16.2

BPT 16.2 | CC BY Piratenpartei Deutschland

Deckkarte zum Sammelkartenspiel | CC-BY-SA-NC 3.0 Flaschenpost

Deckkarte zum Sammelkartenspiel | CC-BY-SA-NC 3.0 Flaschenpost

Das Spiel zum Bundesparteitag 2016.2 in Wolfenbüttel zum selber ausdrucken. Die Druckvorlage für die Karten findet ihr hier. Spielregeln und eine Druckvorlage für weitere Karten findet ihr hier. Einen Artikel über die Geschichte des Sammenkartenspiels findet ihr hier.

Credits für diese Auflage: Orga: Holger Burbach Unterstützung: Steve König, Michael Renner, weitere Piraten Design: Jonathan Dehn

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by Holger Burbach at 26. August 2016 05:43 PM

Die Flaschenpost auf der Gamescom 2016 – Teil 3

GamesCom 2015 | CC BY Patrick Wirtensohn

Quelle: Daedalic Entertainment GmbH

Quelle: Daedalic Entertainment GmbH

Meinen dritten Bericht möchte ich mit meinem Besuch bei Daedalic beginnen, denn auch mein dritter Tag auf der Gamescom hat mit einem langen Besuch dort begonnen. Als erstes möchte ich auf Silence eingehen, dem Nachfolger von Whispered World. Das Spiel startet mit Renie und ihrem großen Bruder Noah und schon auf den ersten Blick fällt auf, das es dieses mal vollständig in 3D gemacht ist. Es sind keinerlei Vorkenntnisse notwendig, allerdings gebe ich ganz klar die Vorwarnung an alle, die Whispered World noch spielen wollen: Spielt es vorher, denn es wird direkt zu Beginn von Silence noch mal grob zusammen gefasst, es würde euch also Spoilern. Ebenfalls neu ist, das man in Silence sterben kann, aber keine Sorge, der letzte Autosave ist nie zu weit entfernt. Zudem gibt es kein klassisches Inventar, so das Daedalic es als “Modernes Adventure” bezeichnen möchte. Falsche Aktionen sollen dieses mal keine einfachen “geht nicht” Antworten auslösen, sondern zum Teil sehr lustige Animationen, die zeigen, wie genau es schief geht. Daher freue ich mich schon sehr darauf, alles Mögliche und Unmögliche auszuprobieren. Nach der kurzen Vorgeschichte landen Renie und Noah gemeinsam in der Welt von Silence und müssen dort ihr Abenteuer bestehen. Zusammen mit Spot (der Super Raupe) gibt es dieses Mal drei vollständig steuerbare Charaktere. Die Spielzeit wird mit ca. 8 bis 12 Stunden angegeben.

Silence erscheint am 15. November 2016 für PC, Mac, Linux, PS4 und XBox One.

Quelle: Daedalic Entertainment GmbH

Quelle: Daedalic Entertainment GmbH

Für alle Rätselfreunde ist Crazy Machines 3 mit seinen Physik basierten Rätseln bestimmt das richtige Spiel. Das Spiel rund um die verrückten Maschinen bringt erneut viele viele Rätsel mit sich. Zudem gibt es nun neben den Kampagnen-Modus auch eine Sandbox. Der Editor mit nahezu unbegrenzten Möglichkeiten erlaubt es euch, selbst Rätsel und Level zu erstellen. Durch die Integration des Steam Workshops können die Level auch mit anderen geteilt werden. Der Spielspaß dürfte dadurch deutlich verlängert werden, denn wenn man die Kampagne durch hat, kann man sich die Level der Community ansehen. Die Erfahrung zeigt, das hier teilweise die schwersten und witzigsten Level entstehen.

Crazy Machines 3 erscheint am 18. Oktober 2016 auf Steam und damit für PC.

 

Quelle: Daedalic Entertainment GmbH

Quelle: Daedalic Entertainment GmbH

Ebenfalls von Daedalic ist das Spiel Shadow Tactics: Blades of the Shogun, das mit einem japanischen Setting des 16. Jahrhundert aufwartet. Der Spieler kontrolliert bis zu fünf verschiedene Charaktere um seine Mission zu erfüllen. Welche Charaktere zur Verfügung stehen, wird von der Mission vorgegeben. Meist ist der offene Kampf zu schwer, da die Gegner auch Verstärkung rufen können. Daher gilt es so still und heimlich wie möglich vorzugehen, eventuelle Leichen zu verstecken und so auf die eine oder andere Art seinen Auftrag zu erfüllen. Zu bedenken ist auch, das Fußabdrücke im Schnee natürlich eine Zeit lang sichtbar sind und so die Aufmerksamkeit der Wachen auf sich ziehen. Ebenso sehen die Wachen bei Tag und Nacht unterschiedlich weit, so das jedes Szenario anders angegangen werden muss. Nach dem Abschluss jeder Mission kann man Achivements bekommen, die auch verschiedene Arten der Vorgehensweise belohnen. Man kann also nicht alle Medaillen in einem Durchgang bekommen.

Shadow Tactics erscheint auf Steam für den PC und ausßerdem für die Konsolen PS4 und XBox One.

Quelle: Daedalic Entertainment GmbH

Quelle: Daedalic Entertainment GmbH

Anders als so manches Spiel ist AER, welches dem Spieler unglaubliche Freiheiten gibt und lässt. Man beginnt mit einer kleinen Vorgeschichte, in der man den Tempel einer alten Gottheit besucht. Diese übergibt als einziges Artefakt im ganzen Spiel eine kleine Lampe. Mit dieser hat man die Möglichkeit, an verschiedenen Stellen mit der Welt zu interagieren. Außerdem bekommt man die Fähigkeit, sich in einen Vogel zu verwandeln und die Welt fliegend zu erkunden. Der Entwickler hat diese Flugerfahrung sehr gut umgesetzt, sodass es für den Spieler eine einzigartige Erfahrung wird, auf die man sich wirklich freuen kann. Wichtig für alle zu wissen ist, das es in dem Spiel keinerlei Gegner oder Kämpfe gibt. Das Spiel ist nur auf Rätsel und Erkundungen ausgelegt. Macht Euch da also bitte keine falschen Hoffnungen, egal wie sehr das Spiel womöglich noch gehypet wird. Ebenfalls gibt es in diesem Spiel keine Quest-Marker, man bekommt nur Hinweise in der Art “suche die Höhle im Osten”, weitere Hilfen gibt es nicht. Da es auch kein Tagebuch gibt, muss man sich diese Hinweise schon merken, oder aber sie von den freundlichen Dorfbewohnern wiederholen lassen. Diese wiederholen allerdings die Quest in “korrekter” Reihenfolge der Hauptquest. In welcher Reihenfolge man die Quests allerdings wirklich angeht, bleibt jedem selbst überlassen. Wirklich beeindruckend ist, dass – obwohl das Spiel in einer riesigen, offenen Welt stattfindet – nichts automatisch generiert wird und es keine Hintergründe gibt, die man nicht erreichen kann.

AER erscheint für PC (Steam), Mac, PS4 und XBox One.

Quelle: Bethesda

Quelle: Bethesda

Auch Bethesda hatte in diesem Jahr zwei neue Spiele vorzustellen. Zum einen ist da Dishonored 2, dem Nachfolger von Dishonored. Alte Hasen werden sich noch an die kleine Emelie erinnern, welche damals entführt wurde. Heute ist sie gar nicht mehr so klein, sondern eine junge Frau und gleichzeitig die Kaiserin. Allerdings trachtet man ihr auch heute noch nach dem Thron. Um das zu verhindern, kann der Spieler entweder in ihre eigene Rolle, oder aber in die des Assassinen Corvo, dem Hauptcharakter des ersten Teils, schlüpfen. Erneut stehen dem Spieler dabei einige, sagen wir, übernatürliche Fähigekeiten zur Seite. Diese machen es deutlich einfacher, oder auch erst möglich, sich seinen Weg zu bahnen.

Dishonored 2 erscheint am 11. November 2016 für PC, PS4 und XBox One.

 

Quelle: Bethesda

Quelle: Bethesda

Als zweite Spiel von Bethesda wurde Prey vorgestellt. Auch hier ist es möglich, das manche sich daran erinnern, das es im Jahre 2006 schon mal ein Spiel mit diesem Namen gab. Der Entwickler hat sich hier absichtlich gegen eine Nummerierung entschieden, sondern versucht Remake und Neues miteinander zu vereinen. Übernommen wurde angeblich nur die Grundidee, dass Aliens Jagd auf den Spieler machen. Da Prey allerdings komplett überarbeitet wurde, ist nicht nur die Grafik deutlich verbessert worden, sondern eben auch das ganze Spielkonzept. So ist das neue Prey ein ausgewachsener SciFi-Thriller, welcher auf der Raumstation Talos spielt. Talos gilt es zu erforschen und zwar von innen und auch von außen aus dem offenen Weltraum. Das Spiel gibt dem Spieler dabei keinen Weg vor, sondern man kann seinen eigenen suchen. Es bleibt dem Spieler also selbst überlassen, wie er vorgeht.

Prey soll im Jahre 2017 für PC, PS4 und XBox One erscheinen.

 

Ganz zum Ende meines Berichts möchte ich noch kurz das Thema “Killerspiel” ansprechen. Ein Thema, dass derzeit mal wieder hochgekocht wird. Immer wieder sagt man, das Spiele Menschen dazu treiben, Gewalttaten zu begehen. Ich jedoch bin mir sicher, das so etwas nicht stimmt. Zum einen ist es unmöglich, mit Hilfe von Spielen sich an Waffen zu trainieren. Immerhin wird keine mir bekannte Schusswaffe mit der Maus gesteuert. Auch helfen Spiele vielen Menschen, und das ist sogar belegt. Sie können unter anderem Depressionen lindern. Ganz nebenbei erwähnt, die Security der Gamescom hat sich ausdrücklich bedankt für das entspannte Klima. Computerspieler haben stundenlang in einer Schlange angestanden und gewartet und sich dabei vollkommen ruhig verhalten. Bei anderen Veranstaltungen kam es bereits bei kurzen Wartezeiten zu Gewalt.

Daher, liebe Politik, hört auf mit Vorurteilen und übern Kamm scheren. Computerspieler sind genauso wenig alles potentielle Amokläufer, wie Politiker alle nur einen gefälschten Lebenslauf haben. Beides ist bisher doch zum Glück nur die Ausnahme und die Ursachen liegen ganz sicher nicht bei den mit Vorurteilen belasteten Computerspielen … oder auch Politikern.

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by Patrick Wirtensohn at 26. August 2016 09:30 AM

Daniel Schwerd

Rechts motivierter Brandanschlag in Altena: Ermittlungen gegen Polizeibeamte

Feuerwehrleute

Am 3. Oktober vergangenen Jahres brannte eine Geflüchtetenunterkunft in Altena. Die Täter waren schnell gefasst, zwei junge Männer aus der Nachbarschaft. Die Polizei teilte zunächst mit, ein rechter Hintergrund sei nicht feststellbar, die Täter hatten aus „Besorgnis“ gehandelt, und ermittelte wegen Brandstiftung.

Dabei war die Tat selbst mit hoher krimineller Energie ausgeführt: Eine Notrufleitung zur Feuerwehr wurde vorher durchtrennt, und die Dachbalken mit hoher Fach- und Sachkenntnis angezündet; einer der Täter war Feuerwehrmann. Im Haus lebten sieben Personen, die sich glücklicherweise in Sicherheit bringen konnten. Man kann also gut und gerne davon ausgehen, dass die Täter die Tötung der Geflüchteten mindestens billigend in Kauf genommen haben, man hätte also wegen eines versuchten Tötungsdeliktes ermitteln müssen.

Mehr noch: Erst die Opferanwälte fanden bei eigenen Recherchen auf den Mobiltelefonen der Täter rassistische und rechtsextreme Bilder, darunter Abbildungen Adolf Hitlers und von Hakenkreuzen. Die Behauptung, keinen rechtsextremen Hintergrund feststellen zu können, war also falsch.

Wie konnte es zu dieser unfassbaren Schlamperei und Fehleinschätzung kommen, wie bewertet die Landesregierung diese Vorkommnisse? Das wollte ich in einer kleinen Anfrage, die ich der Landesregierung zustellte, wissen. Die Antwort bestätigte den schlampigen Umgang mit den Telefonen und enthüllte, dass es neben Dienstaufsichtsbeschwerden jetzt auch strafrechtliche Ermittlungen gegen zwei ermittelnde Beamte wegen Strafvereitelung im Amt gebe. Das ist schon starker Tobak.

Unter anderem haben die WELT und WDR Lokalzeit berichtet (Video mit einem Interview mit mir (bis zur Depublizierung in etwa 10 Tagen verfügbar), ab Minute 3:30).

Die ermittelnden Behörden waren den Tätern gegenüber wohl zu nachsichtig. Es waren eben die „netten Jungs“ aus der Nachbarschaft, die diesen Brand- und auch versuchten Mordanschlag verübten, gestandene junge Männer mit renommierten Zivilberufen. Das zeigt allerdings, wie tief gruppenbezogener Menschenhass und Rassismus in die Mitte unserer Gesellschaft vorgedrungen ist, wie alltäglich Rechtsterrorismus ist. Doch Nazis haben nicht immer Springerstiefel an – die Ermittlungsbehörden haben sich erneut als auf dem rechten Auge blind erwiesen.

by netnrd at 26. August 2016 08:17 AM

25. August 2016

Daniel Schwerd

Breitbandausbau: Wirtschaftsminister Duin startet Ablenkungsmanöver – Netze gehören in Bürgerhand

Duin

Gestern fand das 4. Breitbandforum des Landes NRW in den Räumen der NRW.Bank in Düsseldorf statt. Verschiedene Referenten stellten dort auf Einladung des Wirtschaftsministeriums Möglichkeiten der Breitbandförderung vor. Eingeladen waren Wirtschafts- und kommunale Vertreter aus ganz NRW. Am Rande des Forums kündigte NRW-Wirtschaftsministers Garrelt Duin in einer Pressekonferenz an, bis 2026 ein flächendeckendes Glasfasernetz in NRW errichten zu wollen.

Endlich ist vom Infrastrukturziel Glasfaser die Rede! Nachdem Minister Duin noch vor ein paar Monaten von „technologieneutraler Förderung“ sprach, ist er in seiner Planung jetzt endlich dort angekommen, wovon wir schon seit Jahren sprechen. Damit ist der Weg zu einem echten Gigabit-Netz offen, um unsere Gesellschaft an das 21 Jahrhundert anzuschließen.

Allerdings fürchte ich, dass es sich bei Duins Ansage um ein Ablenkungsmanöver handelt. Ich befürchte, dass damit klammheimlich das bei Beginn der Legislaturperiode vollmundig gegebene Versprechen, bis 2018 ganz NRW an ein lückenloses Breitbandnetz anzuschließen, vergessen gemacht werden soll. Duin scheint jetzt deutlich geworden zu sein, dass die Landesregierung ihr Ziel meilenweit verfehlen wird. Das wäre dann nicht megastark, das wäre megadreist.

Zudem ist bei den Förderungsbedingungen des Netzausbaus das Primat des Marktes zu bemängeln. Öffentliche Förderung von bürgerschaftlichen oder kommunalen Initiativen soll es nämlich nur dort geben, wo es keine privaten Investitionen gibt. Weiterhin gilt die Bündelung alter Kupferkabel durch die Deutsche Telekom mittels sogenanntem Vectoring ebenfalls als Ausbau. Alle rentablen Netzbereiche gehen damit an Privatunternehmen – für Kommunen und gemeinnützige Initiativen bleiben nur unrentable Gebiete. So wird in Zukunft noch mehr Infrastruktur privatisiert als ohnehin schon. Und wenn die Telekom sagt, einen Bereich in den nächsten drei Jahren mit Vectoring ausstatten zu wollen, ist dort keine Förderung von Ausbauprojekten mehr erlaubt. Damit wird Vectoring ganz klar zu einem Innovationshemmnis. Vectoring ist ohnehin Remonopolisierung der letzten Meilen zum Kunden in die Hand der Deutschen Telekom.

Der Netzausbau in Nordrhein-Westfalen sollte doch besser durch ein Investitionsprogramm vorangetrieben werden, bei welchem sich anschließend die Netze in Bürgerhand befinden.

Eine Förderung ist auch nur da möglich, wo die derzeitige Bandbreite unter 30 MBit/s liegt. Eine flächendeckende Förderung bleibt unmöglich. Anekdote am Rande: Minister Duin sprach in seiner Rede von 50 MBit in der Stunde – das wäre die Geschwindigkeit eines alten analogen Modems aus der Mitte der 90er Jahre. Hoffen wir, dass es nur ein Versprecher war – natürlich ist bei der Angabe in MBit/s Megabit pro Sekunde gemeint.

Kein Versprecher war seine Darstellung, eine instabile Netzanbindung könne bei der neuen vernetzten Fabrik (Stichwort „Industrie 4.0“) zur Produktion von Schrott führen oder gar die vernetzten Maschinen beschädigen. Hoffen wir doch sehr, dass das nicht so ist – dass solche Maschinen bei abreißender Internetverbindung im schlimmsten Falle (nach der Fertigstellung des in Bearbeitung befindlichen Werkstücks) einfach stehen bleiben. Maschinen sollen sich unter allen Umständen nur in definierten, sicheren Zuständen befinden! Denn sonst wäre eine solche Fabrik Cyberangriffen vollkommen schutzlos ausgeliefert. Mit gleichen Argumenten wird auch stets der Anspruch nach Netzneutralität im Internet unterhöhlt. Hoffen wir, dass sich der Wirtschaftsminister in dieser Sache in Zukunft besser beraten lässt.

by netnrd at 25. August 2016 09:42 AM

Flaschenpost

Die Flaschenpost auf der Gamescom 2016 – Teil 2

GamesCom 2015 | CC BY Patrick Wirtensohn

Quelle und (c) by 2k

Quelle und (c) by 2k

Mein zweiter Tag auf der Gamescom startete bei 2k und zwar mit einer Vorführung von Mafia III von Hangar 13. Auf diesen Nachfolger konnte man nun schon 6 Jahre warten und das Warten hat sich wirklich gelohnt. Das Spiel spielt im Jahre 1968 in New Bordeaux und findet sich auf einer gewaltigen Open-World-Karte wieder. Die Quests sind nonlinear angeordnet, sodass es dem Spieler selbst überlassen ist, wann er sich welcher Haupt- oder Side-Quest widmet. Auch gibt es bei jeder Quest mehr als eine Möglichkeit, diese zu erfüllen. Bei der Vorführung waren die Möglichkeiten beispielsweise entweder eine Hotel Lobby zu stürmen oder heimlich durch die Tiefgarage in das Hotel vorzudringen. Die Hauptfigur Lincoln Clay führt in Mafia 3 einen Kampf gegen die italienische Mafiafamilie Marcano. Der Wunsch zu diesem Kampf entspringt, wie so oft, der Rache. Seine eigene Ersatzfamilie wurde von dieser verraten und ausgelöscht. An manchen Stellen habe ich mich an GTA V erinnert gefühlt, aber ich denke, es gibt genügend Unterschiede und vor allem der Flair der 60er Jahre wird durch Mafia 3 gut transportiert. Ein kleiner Gag für die Sammler unter uns: Es wird wieder Playboy-Ausgaben der damaligen Zeit zu finden geben. Angeblich kann man sie sogar durchblättern und die Artikel lesen.

Mafia III erscheint am 7. Oktober 2016 für PC, PS4 und XBox One.

Quelle und (c) by UndeadScout

Quelle und (c) by UndeadScout

Auch heute möchte ich von einem kleinen Indie berichten und zwar von Huskdas im Stil von Silent Hill und Alan Wake mit stillem Horror in einer First-Person-Perspektive seine Aufwartung macht. Eine wirkliche Vorgeschichte bekommt der Spieler hier nicht präsentiert, denn es gilt diese selbst herauszufinden. Wichtig ist, dass es in diesem Spiel kein integriertes Tagebuch gibt, man sollte sich also schon mal Block und Stift bereit legen, um wichtige Dinge selbst zu notieren. Ansonsten kann es schnell vorkommen, dass man ohne PIN Code vor einer verschlossenen Türe steht. Ebenfalls ist es wichtig zu erwähnen, dass alles in diesem Spiel auch kaputt gehen kann. Eine gefundene Taschenlampe ist genauso wenig ewig haltbar wie Waffen oder auch Munition. Auch Waffen können hier Ladehemmungen haben oder nass gewordene Munition kann unbrauchbar werden. Mich jedenfalls hat die kurze Hands On Demo überzeugt und ich freue mich darauf, das kleine Städtchen Shivercliff bald weiter zu erkunden. Vielleicht finde ich ja dann meine Familie wieder?

Leider steht hier noch nicht genau fest, wann und für welche Systeme das Spiel erscheinen wird. Steam ist allerdings sehr sicher.

Quelle und (c) by Ubisoft

Quelle und (c) by Ubisoft

Von Ubisoft habe ich mir in diesem Jahr nur Watch Dogs 2 angeschaut. Direkt zu Anfang möchte ich sagen, dass Ubisoft wirklich auf seine Community gehört und Watch Dogs 2 stark überarbeitet hat. Das Gameplay läuft deutlich flüssiger und man hat auch deutlich mehr Möglichkeiten, in das Spielgeschehen einzugreifen. Die zwei neuen Werkzeuge unseres Hackers sind ein Quadcopter, mit dem man sich einen guten Überblick verschaffen kann und ein kleines ferngesteuertes Gefährt, das auch physischen Kontakt herstellen kann. Diese beiden neuen Möglichkeiten erleichtern das ungesehene Eindringen doch sehr. Der Entwickler betont, dass es möglich ist, das Spiel komplett durchzuspielen, ohne jemanden umzubringen. Natürlich ist der etwas härtere Weg ebenfalls möglich. Ebenfalls neu ist es, dass man auch im normalen Spiel auf andere Spieler treffen kann. Mit diesen kann man sich dann zusammenschließen und schwere Missionen im Co-Op-Modus bewältigen. Natürlich bleibt es jedem selbst überlassen, ob man mit anderen Spielern zusammen spielen möchte oder nicht. Ich bin jedenfalls sehr gespannt, ob Ubisoft den Ansturm zum Start des Spieles bewältigen kann oder ob sämtliche Online Funktionen zu Beginn erst mal nur sporadisch funktionieren.

Watch Dogs 2 erscheint am 15. November 2016 für PC, PS4 und XBox One.

Quelle und (c) by CD Projekt Red

Quelle und (c) by CD Projekt Red

Das bekannte Kartenspiel aus der Witcher Welt, Gwent, hat sich zu einem eigenständigen Spiel entwickelt. Der Entwickler CD Projekt Red hat hier viel Zeit reingesteckt und hunderte neue Karten und Fähigkeiten entwickelt. So sind die Partien auch für alte Hasen überraschend und teilweise schwer vorherzusagen. Gwent geht nach wie vor über zwei bis maximal drei Runden und für alle Runden hat man nur ein Kartendeck. Man muss sich also sehr genau überlegen, wie viele Karten man pro Runde ausspielt. Nimmt man in der ersten Runde zu viele Karten, fehlen diese womöglich in der nächsten Runde. Das Spiel macht nach wie vor viel Spaß und ein guter Bluff kann so manche Runde entscheiden. Im Moment befindet sich Gwent in der geschlossenen Beta, für die man sich allerdings anmelden kann. Sehr spannend wird, dass es in Gwent auch einen Singleplayer Modus geben wird, in der man wohl Geralt steuern kann. Die Geschichte dafür wird von den gleichen Leuten entwickelt, die auch die Geschichte für Witcher 3 mitgeschrieben haben. Man darf also auf Großes hoffen. Ebenfalls zeigt der Entwickler sehr viel Humor und auch Selbstironie, so mancher großer Bug hat es zu seiner eigenen Karte geschafft, die Fans bestimmt den einen oder anderen Lacher entlocken wird.

Gwent erscheint für PC und XBox One. Die Closed Beta soll im September 2016 beginnen.

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by Patrick Wirtensohn at 25. August 2016 09:30 AM

Kandidateninterviews zum BPT 2016.2 – Mirko Glotz

Kandidateninterviews BPT 16.2 | CC BY SA 3.0 Steve König

Mirko Glotz | CC BY SA NC Bernd.Pirat

Mirko Glotz | CC BY SA NC Bernd.Pirat

Es ist wieder soweit: Bundesparteitag bei den Piraten. Diesmal geht es nach Niedersachsen in das beschauliche Wolfenbüttel. Der kommende BPT ist besonders wichtig, denn wir müssen anfangen, einen Plan und vor allem ein Wahlprogramm für die Bundestagswahl in 2017 aufzustellen. Aber natürlich geht es bei diesem Parteitag auch wieder um personelle Aufstellung. Die Wahlen zum Bundesvorstand stehen wieder auf der Agenda und einige Kandidaten haben sich bereits für die vakanten Positionen zur Verfügung gestellt.

Wir haben alle Kandidaten, die sich auf der Kandidatenliste im Wiki eingetragen haben, angeschrieben und ihnen Gelegenheit gegeben, auf unsere Fragen zu antworten, um sich euch vorzustellen.

Für dieses Interview sprachen wir mit Mirko Glotz.

Flaschenpost: Wer bist du und was machst du bei den Piraten?

Mein Name ist Mirko und ich bin seit 2012 bei den Piraten. Erstmals aufgefallen ist mir die Piratenpartei so um 2009 herum im Rahmen der Zensursula Debatte. Zu diesem Zeitpunkt war mir schon klar, dass sich politisch einiges tun muss und die Piraten da den richtigen Weg einschlugen. Ehe ich jedoch selbst den Schritt gewagt habe mich zu engagieren, verging einige Zeit. Seit meinem Eintritt 2012 habe ich mich dann vorrangig dem Thema Außendarstellung gewidmet und habe in den vergangenen Jahren sehr viel organisatorische Arbeit geleistet. Mein Fokus war immer darauf gerichtet, der Piratenpartei den Weg für politische Arbeit zu ebnen, auch wenn man bisweilen gegen viele Widerstände, auch aus den eigenen Reihen, kämpfen muss. Die Erfolge meiner Arbeit sollten am Ende für sich sprechen.

Flaschenpost: Zu welchem Landesverband gehörst du?

NRW – Dortmund

Flaschenpost: Wie lautet dein Twitter Nick?

@HuWutze

Flaschenpost: Für welche Ämter kandidierst du?

Für den Vorsitzenden der Piratenpartei.

Flaschenpost: Wie viele Jahre Erfahrung hast du in Beauftragungen bei einer Partei gesammelt?

3 Jahre (Krähennest/Piratenradio)

Flaschenpost: Wie viele Jahre Erfahrung hast du in Bundesvorständen einer Partei gesammelt?

0

Flaschenpost: Wie viele Jahre Erfahrung hast du in Landesvorständen einer Partei gesammelt?

0

Flaschenpost: Wie viele Jahre Erfahrung hast du in sonstigen Vorständen (z. B. Kreis- oder Bezirksebene) einer Partei?

0

Flaschenpost: Wie viele Jahre Erfahrung hast du in leitenden Positionen im Job gesammelt?

6

Flaschenpost: Wie viele Programmanträge hast du eingereicht? Was sind deiner Meinung die wichtigsten davon?

Keinen, jedoch war ich an dem ein oder anderen beteiligt.

Flaschenpost: In wie vielen Programmbereichen fühlst du dich kompetent? Welche sind das?

Die sogenannten Kernthemen wie Datenschutz, Transparenz, Beteiligung sowie eine Reihe sozialpolitischer Themen oder Bildungspolitik.

Flaschenpost: Welche Programmbereiche sind dir am wichtigsten und warum?

Kein spezielles eigentlich. Ich habe bisher immer versucht ein positives Gesellschaftsbild mit dem Namen Piratenpartei zu verbinden und zu vermitteln und bediene mich dann natürlich aus dem Fundus des Piratenprogramms. Zu vielen gesellschaftlichen Problemen kann ich dann etwas sagen, halte mich aber bei ganz speziellen Themen, von denen ich persönlich nicht oder nur wenig überzeugt bin oder auch einfach nur zu wenig Wissen besitze, zurück. Das sind dann solche Thematiken wie Fan-Rechte und Pyro oder eben auch die Drogenpolitik.

Flaschenpost: Danke für deine Zeit und viel Erfolg bei der Wahl beim BPT!

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by Michael Renner at 25. August 2016 07:00 AM

24. August 2016

Piratenblog Niedersachsen

Die Piraten trauern um Arne „Alu“ Ludwig

    Am Freitag, dem 19.08.2016, ist Arne verstorben. Typischerweise saß er am Donnerstag noch bis 22:45 Uhr im Finanzausschuss. Arne galt als der am besten vorbereitete Ratsherr in Buchholz und hat sich fraktionsübergreifend viel Respekt im Rat erarbeitet. Er war seit 2007 Mitglied der Piratenpartei, Gründungsmitglied des Landesverbandes und langjähriges Vorstandsmitglied im Landes- und Kreisverband. Im Jahr 2009 war er Kandidat der Piraten für das Europaparlament. Arne zog 2011 in den Stadtrat Buchholz ein. Auch bei der Kommunalwahlwahl 2016 hat er wieder für den Stadtrat kandidiert. Diskussionen mit Arne waren immer interessant, er konnte immer neue Aspekte einbringen und wurde auch bei kontroversen Themen niemals laut. Sein Engagement, seine ruhige, besonnene und freundliche Art werden uns fehlen. Wir werden Arne schmerzlich vermissen. Seiner Familie und seinen Freunden wünschen wir viel Kraft in dieser extrem schweren Zeit. Heidepiraten & Der Landesvorstand der Piratenpartei Niedersachsen

by alkadis at 24. August 2016 04:16 PM

Flaschenpost

Die Flaschenpost auf der Gamescom 2016 – Teil 1

GamesCom 2015 | CC BY Patrick Wirtensohn

CC-BY Patrick Wirtensohn

CC-BY Patrick Wirtensohn

Auch in diesem Jahr habe ich für die Flaschenpost die Gamescom besucht und mir die Neuerungen angeschaut. Angefangen habe ich bereits am Dienstagabend auf der EA Grande Opening, bei der den anwesenden Pressevertretern die Neuerungen von Electronic Arts gezeigt wurden. Die Ansprache selbst war nur sehr kurz und knapp, denn in diesem Jahr stand Hands On, also das Probespielen, im Vordergrund. Ich habe mir in zwei Runden Titanfall 2 angeschaut und das überarbeitete Multiplayer ausprobiert. Um zu beweisen, dass Titanfall 2 auch auf Konsolen läuft, wurde es auf der PS4 vorgeführt. Später habe ich in der Pressevorführung noch erfahren, dass Teil 2 von Titanfall auch einen Singleplayer Storymode bekommen wird. Etwas worüber sich viele freuen dürften, denn hier hat EA sehr auf das Feedback der Spieler gehört.

Das Spiel soll am 28. Oktober 2016 für PC, PS4 und XBox One erscheinen.

Natürlich gibt es auch wieder ein Fifa, dieses mal mit der Jahreszahl 2017 und auch das neue Battlefield 1 wurde vorgestellt. Hier kann man sich mit den Waffen des Ersten Weltkrieges zu Lande, zu Wasser und in der Luft bekämpfen. Darauf möchte ich jetzt allerdings nicht sehr groß eingehen, da über diese Titel bestimmt überdimensional berichtet werden wird.

CC-BY Patrick Wirtensohn

CC-BY Patrick Wirtensohn

 

Auch Gameforge ist wieder auf der Gamescom zu finden und stellt dieses mal mit Dropzone ein neues Spiel vor. Das Spiel des amerikanischen Entwicklers Sparkypants ist ein sogenanntes Echtzeit-Strategie Spiel. Es geht darum, mit Hilfe von “Cores” die Energieversorgung der Menschheit aufrecht zu erhalten. Leider sind jedoch die Abbauplaneten nicht so unbewohnt wie man dachte. So werden immer 3 Mechs auf den Planeten geschickt, um die Kavash, eine Alienrasse, zu bekämpfen und Cores abzubauen. Dummerweise werden immer zwei Commander auf den Planeten geschickt, so dass auch diese sich bekämpfen. Eine Runde dauert immer 15 Minuten und findet auf einer zufälligen Karte statt. Dropzone erscheint für PC und befindet sich aktuell in der Beta-Phase.

 

Quelle und (c) by Daedalic Entertainment GmbH

Quelle und (c) by Daedalic Entertainment GmbH

Daedalic hatte auch in diesem Jahr wieder einiges vorzustellen, so hatte ich dort sogar an zwei Tagen Termine, um das alles zu schaffen. Am ersten Tag habe ich mir State of Mind angesehen, dessen Entwickler gerne erzählende Spiele in Adventure Form verpackt. Grob zusammen gefasst hat er einen Blick in eine mögliche Zukunft geworfen und zwar ins Jahre 2048. Dort ist es möglich sein Gehirn in eine Art virtuelle Realität hochzuladen und dort weiter zu existieren. Es gibt also neben der realen auch eine utopische virtuelle Realität und in beiden leben “Menschen”. In Fall von unserer Spielfigur ging dieser Upload jedoch leider schief und so existieren ein gebrochener Mann in der realen und eine unvollständige “Ki” in der vituellen Welt. Der Spieler muss nun versuchen, das Leben der beiden wieder Puzzlestück für Puzzlestück zusammenzufügen und ein großes Ganzes daraus zu machen. Ob das allerdings wirklich gelingen wird, ist fraglich.

State of Mind soll Anfang 2017 erscheinen, grob 20 Spielstunden umfassen und auf PC, Mac, Linux, PS4 und XBox One spielbar sein.

Quelle und (c) by IMGN.PRO / Fool's Theory

Quelle und (c) by IMGN.PRO / Fool’s Theory

Ebenfalls eher im Indie-Bereich anzusiedeln, ist das Spiel Seven: Days long gone, welches mit einem gemischten Setup aus SciFi und Mittelalter aufwartet. Es handelt sich hierbei um ein Rollenspiel, welches in einer postapoklyptischen Zeit spielt. Die Quests sind nonlinear angelegt, so dass man sie ganz nach Belieben angehen kann. Auch gibt es natürlich eine ganze Menge Side-Quests und ein ausgewachsenes Crafting System. Bis zur Veröffentlichung soll noch ein Savehouse dazu kommen, in dem man sich nach und nach einrichten kann. Das Leveldesign ist sehr vertikal angelegt und so kann man sich mit seiner Figur auf den unterschiedlichsten Ebenen frei bewegen und so meist mehr als einen Weg an sein Ziel finden. Um jedoch in neue Bereiche vorzudringen, sollte man sich ein sogenanntes Visa besorgen, damit einen die Wachen dort dulden. Ansonsten sollte man sich wohl besser versteckt halten.

Seven soll für den PC auf Steam erscheinen, das genaue Datum steht leider noch nicht fest.

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by Patrick Wirtensohn at 24. August 2016 09:30 AM

Kandidateninterviews zum BPT 2016.2 – Patrick Schiffer

Kandidateninterviews BPT 16.2 | CC BY SA 3.0 Steve König

CC-BY Tobias M. Eckrich

CC-BY Tobias M. Eckrich

Es ist wieder soweit: Bundesparteitag bei den Piraten. Diesmal geht es nach Niedersachsen in das beschauliche Wolfenbüttel. Der kommende BPT ist besonders wichtig, denn wir müssen anfangen, einen Plan und vor allem ein Wahlprogramm für die Bundestagswahl in 2017 aufzustellen. Aber natürlich geht es bei diesem Parteitag auch wieder um personelle Aufstellung. Die Wahlen zum Bundesvorstand stehen wieder auf der Agenda und einige Kandidaten haben sich bereits für die vakanten Positionen zur Verfügung gestellt.

Wir haben alle Kandidaten, die sich auf der Kandidatenliste im Wiki eingetragen haben, angeschrieben und ihnen Gelegenheit gegeben, auf unsere Fragen zu antworten, um sich euch vorzustellen.

Für dieses Interview sprachen wir mit Patrick Schiffer, aktuell Vorsitzender des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen der Piratenpartei.

Flaschenpost: Wer bist du und was machst du bei den Piraten?

Ich heiße Patrick Schiffer und bin 43 Jahre alt. Ich arbeite als freiberuflicher Mediendesigner in Düsseldorf. Neben meiner Arbeit als Vorsitzender des Landesverbandes NRW (seit April 2013) arbeite ich auf der Bundesebene bereits seit längerer Zeit mit. Sei es in der SG Gestaltung, in verschiedenen AG’s oder auch mal in der Bundespresse. Ich bringe meine berufliche und persönliche Erfahrung auf den unterschiedlichsten Ebenen ein. Desweiteren habe ich von Juli 2015 bis Juli 2016 als stellvertretender Vorsitzender in der PPI mitgearbeitet. Und ich sitze als sachkundiger Bürger im Schulausschuss Düsseldorf.

Flaschenpost: Wie lautet dein Twitter Nick?

Auf Twitter kann man mir unter @pschiffer folgen.

Flaschenpost: Für welche Ämter kandidierst du?

Ich kandiere für das Amt des Vorsitzenden.

Flaschenpost: Wie viele Jahre Erfahrung hast du in Beauftragungen bei einer Partei gesammelt?

Seit einem Jahr bin ich schulpolitischer Sprecher im Kreisverband Düsseldorf. Mehrere Akkreditierungen für die Pirate Times und das Krähennest auf Bundesparteitagen. Beauftragung für die SG Onlineredaktion auf 2 Bundesparteitagen.

Flaschenpost: Wie viele Jahre Erfahrung hast du in Bundesvorständen einer Partei gesammelt?

Noch keine.

Flaschenpost: Wie viele Jahre Erfahrung hast du in Landesvorständen einer Partei gesammelt?

Über drei Jahre als Vorsitzender im LV NRW.

Flaschenpost: Wie viele Jahre Erfahrung hast du in sonstigen Vorständen (z. B. Kreis- oder Bezirksebene) einer Partei?

Ich war ein halbes Jahr Beisitzer im Kreisverband Düsseldorf, vor meiner Zeit im Landesvorstand.

Flaschenpost: Wie viele Jahre Erfahrung hast du in leitenden Positionen im Job gesammelt?

Ungefähr 3 Jahre als Projektleiter mit Personalverantwortung und Budget über 50.000€.

Flaschenpost: Wie viele Programmanträge hast du eingereicht? Was sind deiner Meinung die wichtigsten davon?

Insgesamt habe ich auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene über 20 Anträge entweder selbst oder in Zusammenarbeit mit anderen Piraten eingereicht.

Wichtig davon sind folgende:

Grundsatzprogrammpunkt LV NRW: “Privatheitsschutz, Datenschutz und Bürgerrechte” http://wiki.piratenpartei.de/NRW:Landesparteitag_2015.1/Antr%C3%A4ge/GP002.2

Einführung einer SMV im Landesverband NRW (inkl. Geschäftsordnung) http://wiki.piratenpartei.de/NRW:Landesparteitag_2014.1/Antr%C3%A4ge/S%C3%84A031 http://wiki.piratenpartei.de/NRW:Landesparteitag_2015.1/Antr%C3%A4ge/X007.3

In wie vielen Programmbereichen fühlst du dich kompetent? Welche sind das?

Demokratie & Bürgerbeteiligung, Menschenrechte, Grundrechte, Asylpolitik, Migration, Integration, Bildung

Flaschenpost: Welche Programmbereiche sind dir am wichtigsten und warum?

Menschenrechte, Bildung und Demokratie, weil das die Schlüsselbereiche für die Weiterentwicklung unserer Gesellschaft sind und ich den Piraten die nötige Kompetenz zutraue. Siehe auch: http://pakki.be/piraten-gestern-heute-morgen-all-good-things/

Flaschenpost: Danke für deine Zeit und viel Erfolg bei der Wahl beim BPT!

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by Holger Burbach at 24. August 2016 07:00 AM

23. August 2016

Blog der Berliner Piraten

Dämonskratie oder Demokratie?

von Jana Buchmann & Bruno Kramm

In einem jüngeren Artikel einer Kulturredakteurin im Freitag wird die nahezu paranoide Behauptung – ohne jegliche Indizien und Beweisgrundlage – aufgestellt, dass die Piratenpartei den Berliner Wahl-O-Mat gehackt hätte. Diesen Vorwurf, die Piratenpartei hätte sich „nach oben gehackt“ weisen wir natürlich entschieden zurück!

Ausgangspunkt dieser absurden Behauptung ist das Ergebnis des Wahl-O-Mat der Landeszentrale für politische Bildung bei dem die Piratenpartei im Vergleich zu aktuellen Umfragen ein Wählerpotential von 20% erreicht (und die AfD vergleichsweise schlecht abschneidet). Dieses Ergebnis steht im Kontrast zu den Wahlprognosen der Piratenpartei, die aktuell bei etwas mehr als 3% liegen. Da wir unter „Kultur“ wie diese Kulturredakteurin im Freitag (Link) nicht das haltlose Umsichwerfen von Verschwörungstheorien ohne jegliche Beweislage verstehen, möchten wir hiermit eine alternative Erklärung und Systemkritik vorstellen, die uns gleichzeitig unermüdlich antreibt, das heutige Politiksystem zu ändern.

Zwischen der Methode des Wahl-O-Mats und den Entweder-Oder-Mehrheitsentscheiden der Wahlumfragen liegen nämlich Welten, Welten vom Traum echter Demokratie, Teilhabe und Menschenrechtsschutz versus der aktuellen Welt, auf die wesentlich besser der Begriff der „Dämonskratie“ passt. Dieser fundamentale Unterschied bedingt unserer Auffassung nach die Diskrepanz von 20% versus 2 bzw 3% Potential der Piratenpartei. Um unsere folgende Erklärung vollständig zu verstehen, sei der Leser gebeten, selbst weiter zu recherchieren und sich nicht täuschen zu lassen durch Medien und einen Politapparat, der schlicht nicht dafür geeignet ist, eine friedliche, transparente, selbstbestimmte und menschenrechtsorientierte Entscheidungsfindung zu gewährleisten.

Wie erklären wir uns also diese Diskrepanz von 20% vs.3% Potential der Piratenpartei?

Der Wahl-O-Mat kommt dem sehr nahe, was unserer Auffassung nach, echte Demokratie ist. Der/die Wählende wird direkt gefragt, wie gut einzelne politische Forderungen mit seinem/ihrem Weltbild und seinen/ihren persönlichen Werten zusammenpassen. Um die Fragen im Wahl-o-Mat gültig zu beantworten, muss der/die Wählende bewusst und gewissenhaft sogenannte Passungsabgleiche vornehmen, inwiefern die einzelnen Forderungen der Parteien mit seinen/ihren persönlichen Werten und Zielen übereinstimmen. Der Wahl-o-Mat misst also den Wählerwillen in Bezug auf die Forderungen der Parteien. In der Summe aller Fragen hilft der Wahl-o-Mat dann dem/der Wählenden dabei, diese Passungsabgleiche ohne Verzerrung aufzusummieren und beantwortet darauf hin die Frage, welche Partei diesem Werte- und Meinungsbild bzw. seinem/ihrem Wählerwillen am besten entspricht. Wenn Berlins Wählende also alle den Wahl-o-Mat benutzen würden und ihrem Ergebnis entsprechend wählen, kämen die Piraten zur anstehenden Wahl in Berlin wahrscheinlich auf etwa 20%.

Mit den aktuell üblichen Mehrheitsentscheiden jedoch kommt die Piratenpartei bislang leider nur auf etwas mehr als 3%. Mehrheitsentscheide laufen psychologisch gesehen leider anders ab als gewissenhafte Entscheidungen nach dem Muster des Wahl-o-Mats:
Bei Mehrheitsentscheiden ist im Vergleich zum Wahl-O-Mat leider nicht gewährleistet, dass ein Mensch unvoreingenommen abwägt, welche Partei am besten zu ihm passt bzw. dass er/sie wie im Wahl-O-Mat unverzerrte und realitätsorientierte Passungsabgleiche der Parteiziele mit seinen/ihren Werten vornimmt. Gleichfalls muss auch die Erkenntnis, welche Partei am besten zu jemandem passt nicht zu einer entsprechenden Wahlbeteiligung führen.

Wenn ein/e Wählende irgendeine politische Partei wählt, kann man bei Entweder-Oder-Mehrheitsentscheiden im Vergleich zum Wahl-o-Mat zudem NICHT sagen, was der/die Wählende konkret will oder was er/sie im Detail mit seinem/ihrem Kreuz zum Ausdruck bringt. Mehrheitsentscheide messen nämlich im Vergleich zum Wahl-o-Mat nicht, was der/die Wählende im Einzelnen will, sondern vor allem wie gut die Manipulation (durch politische Kampagnen und mediale Massenbeeinflussung) funktioniert hat. Jeder der behauptet, dass ein/e Wählende diese oder jene politische Forderung mit seinem/ihrem Kreuz konkret zum Ausdruck bringe, spekuliert über den Kopf des/der Wählenden hinweg. Wenn der/die Wählende nicht gleichzeitig auch seine/ihre Wahl-o-mat-Ergebnisse mit bei der Wahl abgibt, kann niemand sagen, was ein Kreuz beim Mehrheitsentscheid bezogen auf die konkreten politischen Erwartungen des/der Wählenden tatsächlich bedeutet. Denn Parteiprogramme sind meist sehr umfangreich, kaum jemand liest sie und die mediale Massenmanipulationsmaschinerie (nach dem Prinzip Teile-und-Herrsche) ist vor Wahlen in vollem Gange!

Diskussionen und Entscheidungen anhand des Mehrheitsprinzips unterliegen zudem einer ganzen Reihe von psychologischen Fremdsteuerungsmechanismen. So hat z.B. bereits 1951 ein Psychologe names Asch mit seinen Experimenten nachweisen können, dass Menschen in Mehrheitsentscheiden in erschreckender Vielzahl sogar dann die Meinung einer Mehrheit annehmen, wenn diese Meinung offensichtlich falsch ist, also nicht der objektiven Faktenlage entspricht. Das geht also nicht nur dem/der Wählenden, sondern auch den Politiker*innen so. Mehrheitsentscheide sind quasi eine Analogie zu diesen psychologischen Konformitätsexperimenten und beruhen in einer Vielzahl von Fällen auf dem Mechanismus, dass Menschen unabhängig von der objektiven Realität die Option wählen, die eine Mehrheit hat. Genau diesem Prinzip unterliegt unser Wahlsystem. Im Vorfeld von Wahlen werden dabei zu Hauf immer wieder medial die Ergebnisse entsprechender Mehrheitsumfragen veröffentlicht, was nach den Erkenntnissen der Asch-Konformitätsexperimente die entsprechende Massenmanipulation immer wieder hervorruft und verstärkt.

Aus Erfahrung wissen wir zudem, dass in der Regel die Partei mit dem größten Wahlbudget den größten Manipulationserfolg hat. Wahlen werden also hauptsächlich durch die Höhe der Wahlkampfbudgets und vorauslaufende Verkündungen von Mehrheitsergebnissen bestimmt, die vermutlich genauso wirken, wie die erwähnten Asch-Konformitätsexperimente von 1951.

Das ist unsere Erklärung für diese große Diskrepanz in den Wahlprognosen von Wahl-o-Mat versus Wahlumfragen anhand von Mehrheitsentscheiden. Während der Wahl-o-Mat misst, was der/die Wählende will („Demokratie“), messen Mehrheitsentscheide, wie gut die Massenmanipulation funktioniert hat („Dämonskratie“). Die Piratenpartei hat sich also beim Wahl-O-Mat nicht, wie die Kulturredakteurin vom FREITAG behauptet, „nach oben gehackt“, sondern das aktuelle System mit manipulativen Mehrheitsentscheiden und medialer Massenbeeinflussung hackt die Piratenpartei im Vergleich zur vernüftigen Wahlentscheidung mit Wahl-o-Mat nach unten!

Wenn wir Demokratie als etwas verstehen wollen, in der Menschen gewissenhaft, frei und selbstbestimmt entscheiden, brauchen wir so etwas wie den Wahl-o-Mat in der alltäglichen politischen Willensbildung – nicht nur der AfD wegen – sondern vor allem für uns Menschen und unsere Menschenrechte!

zur Info übers Asch-Konformitätsexperiment: http://www.alltagsforschung.de/das-konformitatsexperiment-so-entsteht-gruppenzwang/

by Bruno Kramm at 23. August 2016 11:38 PM